„Knut und die Wut“ – ein Theaterstück zum Nachdenken

Heute war das „Theater Traumbaum“ zu Gast an der Realschule An der Fleuth – es wurde ein amüsanter und kurzweiliger, im Effekt aber auch denkwürdiger Tag für die Fünftklässler.

„Der Stromboli ist ein gewaltiger Vulkan, der immer wieder ausbricht. Und genauso geht es Knut: es grummelt in ihm, er sieht rot, sein Kopf ist schlagartig leer und dann kommt der Ausbruch. Der Wutausbruch! Knut spuckt zwar keine Lava, aber er beschimpft, kratzt und haut… Das gibt natürlich Ärger und Probleme, vor allem in der Schule. Also kommt Knut nicht drum herum, er muss seine Wut in den Griff bekommen. Deshalb geht er mit seiner Mutter auf große Wutexpedition: wo kommt die Wut her, was stellt sie mit mir an und vor allem, was kann ich machen, damit sie nicht immer wieder im Gesicht meiner Mitschüler landet.“

(von: http://www.kinder-theater-traumbaum.de/stromboli.html#theaterschule)

Kaum reißt „Knut“ am Morgen halbstark-lässig die Schultür auf, begegnet er diesem „Kevin“, der ihn auch schon erwartet – beide kennen sich (zu) gut, und schnell wird aus Beschimpfungen eine Rempelei, und die Rempelei entwickelt sich zur handfesten Schlägerei – und der Brief der Schulleitung an die Eltern lässt nicht lange auf sich warten…

Praktisch alle Fünftklässler kannten aus ihrem Schulalltag einen „Knut“ oder „Kevin“ – und waren daher gleich von der ersten Minute an interessiert und oft genug belustigt dabei. (wobei ausdrücklich erwähnt wurde, dass diese Namen beliebig gewählt wurden und gegen jeden anderen Namen austauschbar sind!) Das Thema „Wohin mit meiner Wut?“ wurde im Verlauf des etwa einstündigen Stückes aber nicht nur humorvoll, sondern durchaus mit ernstem Hintergrund beleuchtet und von den Darstellern direkt und eindrücklich erprobt. Tenor des Stückes: Wut hat jeder einmal, aber sie darf eben nicht durch Gewalt abgebaut werden – es gibt viel kreativere und verträglichere Wege, das zu tun.

Nach einer abschließenden Fragerunde mit den Darstellern wurde das Gesehene noch in den einzelnen Klassen besprochen und nachbereitet, wobei interessante Ideen für die weitere Behandlung im Unterricht gesammelt wurden: Warum nicht mal einen „Wut-Rap“ im Fach Musik komponieren? Oder soll vielleicht eine „Wut-Ecke“ im Klassenraum eingerichtet werden, die Hinweise mit gewaltfreien Lösungswegen enthält? Das Gesehene klang jedenfalls in so manchem Kopf noch länger nach – eine tolle Basis für den weiteren Umgang mit dem Thema.

Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht überzeugten mit einer engagierten schauspielerischen Glanzleistung, die dafür sorgte, dass ab der ersten Minute „der Funke“ zwischen Darstellern und Publikum übersprang – besonders faszinierend war für die SchülerInnen auch das Bühnenbild mit dem „magischen“ Küchenschrank, der so manche Überraschung bereit hielt. Bevor Iserloh und Lambrecht das Stück eigenhändig produzierten, hatten sie sich in zahlreichen Gesprächen mit SchülerInnen der Klassenstufen 1 bis 5 in das Thema „Wut“ eingefühlt – nicht zuletzt deswegen dürfte es so authentisch und fesselnd geraten sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.