Jeder auf seine Art: Die 5a in Stofftieren

Jeder ist anders, und auf ganz eigene Art besonders toll. Das trifft nicht nur auf die Fünftklässler zu, sondern auch auf ihre „alter egos“. Im Textilunterricht ließ Angelika Elixmann die SchülerInnen der 5a kleine „Ich bin ichs“ nähen – ganz nach dem Motto „Jeder auf seine Art“.

Eingeleitet und begleitet wurde das Projekt von einer Geschichte um das kleine „Ich bin Ich“. Das ist ein buntes Tier, das durch die Welt zieht und zunächst keine Antwort auf die Frage „Wer bist denn du?“ weiß. Eine scheinbar einfache, banale Frage, die sich aber auch Heranwachsenden stellt und die auf den zweiten Blick gar nicht so einfach zu beantworten ist, denn es geht um die Frage nach der eigenen Identität.

Das kleine Tier zieht daraufhin durch die Welt und sucht andere, die gleichartig sind, bekommt aber immer zu hören „Du bist nicht wie wir!“. Schließlich, der Verzweiflung nahe, versteht das Kleine: „Ich bin ich!“, und geht fortan selbstbewusst durchs Leben. Dafür bekommt es von den anderen Anerkennung: „Genau, du bist du!“.

Was in der Geschichte schnell geht, dauert in Wirklichkeit Monate und Jahre und ist wesentlicher Teil des Aufwachsens. Die genähten „Ich bin ichs“ der 5a jedenfalls schauen schon genau so selbstbewusst in die Kamera, als ob sie das schon verinnerlicht hätten – jeder anders, aber auf ganz eigene Art besonders toll und knuddelig!

Fünfer sehen die Welt „mit anderen Augen“

Kurz vor den Herbstferien gab es für die 5a eine Politikstunde der ganz besonderen Art. Wer sich schon immer einmal wünschte, die Welt mit anderen Augen sehen zu können, kam ganz auf seine Kosten – „Simulationsbrillen“ sei Dank!

Die „Simubrillen“ simulieren verschiedene Arten von Sehbehinderungen. Wer sie aufsetzt, kann selbst erleben, wie Menschen mit grauem Star, extremer Fehlsichtigkeit oder stark eingeschränktem Gesichtsfeld ihre Umwelt wahrnehmen. Die Brillen im Gepäck hatte Katrin Heuel, die als Sonderpädagogin einen Schüler mit Sehbehinderung in der Klasse begleitet. Sie stellte die – jetzt vorübergehend alle „sehbehinderten“ – Schüler der Klasse vor ganz alltägliche Aufgaben aus dem Unterrichtsgeschehen. Schreibe einen Satz von der Tafel ab, löse die Mathematikaufgabe von Seite XY aus deinem Buch. Und plötzlich wurden tägliche Handgriffe und Übungen zu einer riesengroßen Herausforderung!

Im zweiten Teil der Stunde sprachen die Schüler dann zunächst über ihre Erfahrungen und Eindrücke. Anschließend wurde das Thema „Verschiedenheit“ erweitert und alle hatten Gelegenheit, in vertrauter Atmosphäre über persönliche Schwierigkeiten im Unterrichtsalltag zu sprechen – darüber, was sie in bestimmten Situationen „verschieden“ macht und wie die Klassengemeinschaft damit umgehen kann. Viele trauten sich, offen zu reden – und die Mitschüler hörten einfach mal zu. Das beeindruckte auch Katrin Heuel: „Ich war total begeistert, wie respektvoll die Schüler die Gesprächsrunde gemacht haben und wie toll sie miteinander umgehen.“ Und so werden viele Fünfer die Welt jetzt mit etwas anderen Augen sehen – ganz ohne „Simubrille“!