Fünfer sehen die Welt „mit anderen Augen“

Kurz vor den Herbstferien gab es für die 5a eine Politikstunde der ganz besonderen Art. Wer sich schon immer einmal wünschte, die Welt mit anderen Augen sehen zu können, kam ganz auf seine Kosten – „Simulationsbrillen“ sei Dank!

Die „Simubrillen“ simulieren verschiedene Arten von Sehbehinderungen. Wer sie aufsetzt, kann selbst erleben, wie Menschen mit grauem Star, extremer Fehlsichtigkeit oder stark eingeschränktem Gesichtsfeld ihre Umwelt wahrnehmen. Die Brillen im Gepäck hatte Katrin Heuel, die als Sonderpädagogin einen Schüler mit Sehbehinderung in der Klasse begleitet. Sie stellte die – jetzt vorübergehend alle „sehbehinderten“ – Schüler der Klasse vor ganz alltägliche Aufgaben aus dem Unterrichtsgeschehen. Schreibe einen Satz von der Tafel ab, löse die Mathematikaufgabe von Seite XY aus deinem Buch. Und plötzlich wurden tägliche Handgriffe und Übungen zu einer riesengroßen Herausforderung!

Im zweiten Teil der Stunde sprachen die Schüler dann zunächst über ihre Erfahrungen und Eindrücke. Anschließend wurde das Thema „Verschiedenheit“ erweitert und alle hatten Gelegenheit, in vertrauter Atmosphäre über persönliche Schwierigkeiten im Unterrichtsalltag zu sprechen – darüber, was sie in bestimmten Situationen „verschieden“ macht und wie die Klassengemeinschaft damit umgehen kann. Viele trauten sich, offen zu reden – und die Mitschüler hörten einfach mal zu. Das beeindruckte auch Katrin Heuel: „Ich war total begeistert, wie respektvoll die Schüler die Gesprächsrunde gemacht haben und wie toll sie miteinander umgehen.“ Und so werden viele Fünfer die Welt jetzt mit etwas anderen Augen sehen – ganz ohne „Simubrille“!

Neu: Wöchentlich drei „Luxus-Stunden“ für die Fünfer

„Das Konzept wäre die Lösung für jede Bildungsmisere!“ schwärmt Englischlehrerin Hiltrud Beckert vom neuen Differenzierungskonzept der Fünftklässler der Realschule An der Fleuth. Und tatsächlich haben Jungen und Mädchen der fünften Klassen wöchentlich drei „Luxus-Stunden“ in ihrem Stundenplan: In jedem Hauptfach stehen eine Schulstunde lang drei ausgebildete Fachlehrer und drei Klassenräume zur Verfügung. Die Folge: Maßgeschneiderter Unterricht in Kleingruppen von maximal 10 SchülerInnen!

Der erhöhte Koordinierungsaufwand im Vorfeld zahlt sich nun Woche für Woche aus – für alle Beteiligten. Denn auch an der Realschule sind nicht alle Schüler in allen Fächern gleich leistungsstark oder bringen das gleiche Vorwissen aus ihrer Grundschulzeit mit. In den ersten Tagen wird in jedem Hauptfach eine standardisierte Eingangstestung (unbenotet) durchgeführt, die Aufschluss über Stärken und Förderbedarf jedes einzelnen gibt. Damit können die Kleingruppen so zusammengestellt werden, dass entweder in etwa gleich starke SchülerInnen zusammen lernen, oder eben in kooperativen Lernformen Stärkere ihre Mitschüler unterstützen können.

Schon nach wenigen Wochen sind LehrerInnen und SchülerInnen vollständig von diesen Stunden überzeugt: „weil ich viel öfter drankomme und auch mehr Hilfe bekomme, wenn ich Fragen habe“, strahlt etwa Sahel aus der 5a stellvertretend für viele seiner Mitschüler. Und auch Hiltrud Beckert ist glücklich darüber, mehr Zeit für ihre Schüler zu haben, um individueller auf sie eingehen zu können.

Die bewährte Förderung für SchülerInnen mit Lese-/Rechtschreibschwäche sowie Kurse für jene, die „Deutsch als Zweitsprache“ erlernt haben, komplettieren das Differenzierungsangebot, das in den wöchentlichen Stundenplan integriert ist.

Der erste Stundenplan…

Mit Spannung erwarteten unsere Fünfer ihren ersten Stundenplan an der neuen Schule. Welche neuen Fächer stehen auf dem Plan? Wie viele Wochenstunden sind zu absolvieren? Wie heißen die neuen Lehrer? Wie viele Stunden Deutschunterricht gibt es? Steht auch Kunst im Stundenplan? Die Antwort auf viele Fragen gibt der Stundenplan einer fünften Klasse (Beispiel):

Stundenplan Klasse 5

Stundenplan_Klasse 5 (Beispiel)

Aus dem Tagebuch eines Fünftklässlers…

In dieser Kategorie möchten wir Ihnen immer wieder einmal Einblicke in die Gedanken unserer derzeitigen Fünftklässler bieten. Was beschäftigt sie? Wie fühlen sie sich in ihren ersten Tagen und Wochen? Was ist für sie besonders? Was ist neu, was schon bekannt? Gewinnen Sie Eindrücke aus erster Hand!

(Alle Beiträge werden natürlich nur veröffentlicht, wenn unsere Fünftklässler und deren Eltern ausdrücklich damit einverstanden sind.)

Eindrücke aus der zweiten Schulwoche

Am ersten Tag war ich aufgeregt, weil ich gar keinen gekannt habe. Als ich die neuen Schüler kennen gelernt habe, haben wir geredet, gespielt und noch viele andere Sachen gemacht. Mit manchen bin ich im Bus nach Hause gefahren und natürlich auch zur Schule. Falls wir Probleme hatten, haben wir uns geholfen. Wir haben gemeinsam Spaß gehabt. Haben die Handynummern ausgetauscht um uns gegenseitig zu kontaktieren… und gemeinsam gelacht.

Leandro, 5a

Am Anfang war es schwer, doch jetzt hat sich alles verändert. Ich habe Freunde, was für mich toll ist. Ich fühle mich jetzt besser als vorher. Alle streiten nicht viel bis gar nicht. In den ersten Tagen habe ich gelernt, anderen zu helfen, damit es ihnen so gut wie möglich geht. Ich werde meine neue Klasse nie vergessen. Ich erinnere mich noch gerne an die Pausen und die so netten Lehrer. Das hat mich echt berührt, dass alle so nette Leute sind. Das hätte ich nicht erwartet.

Henning, 5a

Als erstes war ich sehr schüchtern, aber jetzt wird es von Tag zu Tag immer besser. Vorher hatte ich Angst vor dem Zug- und Busfahren. Jetzt fahre ich mit Freunden und fühle mich besser. Und der Unterricht macht Spaß. Es macht sehr viel Spaß neue Kinder kennen zu lernen und es wird bestimmt noch besser.

Mathis, 5a

Am ersten Tag hatte ich ein bisschen Angst, weil ich fast alle meine Freunde verloren habe, aber als ich zum ersten Mal in die Klasse geguckt habe, dachte ich sofort, hier werde ich neue Freunde finden. Inzwischen sind einige Tage vergangen und ich verstehe mich sehr gut mit vielen.

Jonah, 5a

 

Aller Anfang ist leicht: Die Fünftklässler der Realschule An der Fleuth lernen sich bei Spiel und Spaß näher kennen

„Aller Anfang ist schwer“, sagt der Volksmund. Das gilt manchmal auch für den Übergang von der Grundschule an die weiterführende Schule, wissen Ulla Heymer-Stahl und Frank Feggeler, Klassenlehrer der fünften Klassen der Realschule An der Fleuth. „In den ersten Tagen ist es wichtig, dass die Kinder ihre neue schulische Heimat behutsam kennenlernen, dass sie zueinander finden und die Klassengemeinschaft gestärkt wird.“ Und so ist es an der Realschule schon Tradition, dass die ersten Tage für die „neuen Fünfer“ nicht streng nach Stundenplan ablaufen, sondern erst einmal andere Dinge auf der Agenda stehen: vor allem das Kennenlernen der Schule, der Lehrerinnen und Lehrer, der Abläufe – und nicht zuletzt der neuen Mitschüler.

Den Höhepunkt der „Kennenlerntage“ bildete in diesem Schuljahr ein gemeinsamer Ausflug der beiden fünften Klassen zum Holleshof in Wachtendonk. Dank engagierter Elternmithilfe bei An- und Abreise konnten sich die SchülerInnen an den Herausforderungen des Abenteuerspielplatzes versuchen und auch klassenübergreifend neue Bekanntschaften knüpfen. Bei einem gemeinsamen Picknick wurde kurz neue Kraft geschöpft und die ersten Erlebnisse verarbeitet. Echte Teamarbeit war dann im Maislabyrinth gefragt, das in kleinen Gruppen erkundet wurde. Dabei musste nicht nur der Ausgang gefunden, sondern auch noch ein Märchenquiz absolviert werden. Sehr zum Erstaunen der Klassenlehrer schafften es die Schüler in kürzester Zeit, eigenständig Gruppen zu bilden – und niemand blieb allein zurück. Das weitläufige Maislabyrinth trug dann seinen Teil zur Teambildung bei, denn um den Ausgang und die Antworten auf die Quizfragen zu finden, mussten die Schüler ihre anfängliche Scheu überwinden und gut zusammenarbeiten.

Viel zu schnell endete der ereignisreiche Schultag und 54 glückliche Fünftklässler konnten wieder in die Obhut der Eltern übergeben werden. Und so waren am Ende des Tages nicht wenige davon überzeugt, dass jedem Anfang auch ein gewisser Zauber innewohnt.

Einige Eindrücke vom Ausflugstag:

(Fotos: F. Feggeler)